Sausen-Förderer

Nonstock-Sponsoren 2009
 

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Aus für Nonstock 2010

no_nonstock2010Nach zwölf Jahren ehrenamtlicher, gemeinnütziger und kultureller Jugendarbeit im Fischbachtal und Engagement für die Musikszene im Rhein-Main Gebiet sowie dem Odenwaldkreis können wir als Veranstalter „Kulturwiese Nonstock e.V.“ erstmals das Nonstock-Festival nicht stattfinden lassen.

Gründe für die Absage
Wir bedauern diesen Entschluss außerordentlich und geben hiermit eine kurze Stellungnahme ab, die ersichtlich werden lässt, wie es zu dieser Entscheidung gekommen ist. Drei Gründe sind zentral für unsere Entscheidung:

1. Wenige Wochen vor dem Nonstock-Festival 2009 wurden wir in eine rechtliche Auseinandersetzung mit einem Jagdpächter getrieben. Er übt am Ort des Geschehens seit vielen Jahren das Jagdrecht aus. Der besagte Mann entschloss sich, im Mai 2009 gegen uns schwere juristische Geschütze in Stellung zu bringen – ohne vorher das Gespräch mit uns zu suchen. Sein juristischer Beistand verlangte von uns, das Festival 2009 unverzüglich abzusagen, da wir durch unser Festival das Wild seines Mandanten für mehrere Wochen verbrämten. Sollten wir dieser Forderungen nicht nachkommen, drohe uns die Beantragung einer „einstweilige Verfügung“ bei Gericht. Diese Auseinandersetzung kam aus heiterem Himmel und traf uns tief ins Mark. Knappe zwei Monate trennten uns vom Festivalbeginn: Angesichts der bereits abgeschlossen Verträge mit Künstlern, den Tontechnikern, Sponsoren und Verleihfirmen sowie der längst im Gange sich befindlichen Werbekampagne für Nonstock 2009 unterzeichneten wir eine Vergleichsvereinbarung. Sie garantierte uns, das Nonstock-Festival 2009 zum geplanten Termin ohne gerichtliche Angriffe der Gegenpartei durchführen zu können. (Eine kurzfristige Absage des Festivals hätte den „Kulturwiese Nonstock e.V.“ in den wirtschaftlichen Ruin getrieben – wir mussten die Vereinbarung unterzeichnen.) Doch im Gegenzug enthielt die Vergleichsvereinbarung einige Passagen, welche die künftigen Vereinsaktivitäten maßgeblich beeinträchtigen werden. So dürfen wir von 2010 bis 2019 das Festival erst nach dem 14. August stattfinden lassen. (Ab diesem Zeitpunkt, so die Auffassung der Gegenseite, habe das Wild die Brunftzeit überstanden und könne der Lautstärke eines Festivals ohne größeren Schaden für den Pächter standhalten.)
Da sich die ca. 100 freiwilligen Helfer des Nonstock-Festivals überwiegend aus Schülerinnen und Schülern zusammensetzen und einige organisatorische Kernkompetenzen von Vereinsmitgliedern ausgeübt werden, die im pädagogischen Dienst tätig sind, kann es nicht außerhalb der Sommerferien veranstaltet werden. Eine kürzlich erfolgte Anfrage beim besagten Jagdpächter, ob Nonstock in diesem Jahr am 13. und 14. August stattfinden kann –also ein Tag (!) vor dem vereinbarten Datum – blieb erfolglos. Somit gibt es keine Möglichkeit, ohne folgenschweren Vertragsbruch ein Nonstock-Festival in diesem Jahr auszurichten.

2. Das Nonstock Festival ist gerade in den letzten drei Jahren sehr erfolgreich gewesen. Wir konnten dem Publikum ein hochkarätiges Band- und Kulturprogramm bieten. Der Organisationsaufwand ist rapide gewachsen und an vielen Stellen professionell geworden.
Dafür verantwortlich war ein Kern-Team von acht Leuten, von denen in den letzten beiden Jahren drei ausschieden bzw. sich eine Auszeit gönnen. Weitere drei Aktive können in diesem Jahr aus privaten und beruflichen Gründen (Kind, neuer Job, Examen) nicht die nötige Zeit für ein qualitativ hochwertiges, vielfältiges und verantwortbares Festival aufbringen. Es fehlen die personellen Kapazitäten, um die Organisation von Nonstock auf dem gewohnten Niveau zu stemmen.

3. Die Organisation des Nonstock-Festivals wurde bisher ausschließlich durch ehrenamtliches Engagement bewerkstelligt. Diese Vorgehensweise stößt an ihre Grenzen. Rein ehrenamtlich ist ein Festival in dieser Größenordnung nicht mehr vollends zu organisieren.
Außerdem haben wir in den letzten beiden Jahren auch eine Vielzahl motivierter, junger Vereinsmitglieder gewonnen. Um sie in bestimmte Ämter und Aufgabenbereiche einzuführen, bedarf es genügend Vorbereitungszeit, aber auch der Schaffung klarer Strukturen und Kompetenzbereiche. Wir brauchen Zeit für Reflexionen und Veränderungen – Zeit, um das Festival in seiner Organisation und in seiner Konzeption neu zu erfinden.

Ein Dank
Wir danken an dieser Stelle allen Menschen, Gästen, Firmen, Sponsoren, Technikern, Behörden, Vereinen, Freunden, Bekannten, Familienangehörigen, Künstlern, und Ortsansässigen für die vielen unvergesslichen Momente, die wir durch Euch und mit Euch auf unserer geliebten Wiese im Fischbachtal erleben durften.

Ein Neuanfang bleibt ungewiss

Wir erhoffen uns, dass diese Auszeit nicht allzu lange anhält und wir stärkere und auch neue Unterstützung erfahren. Auch wenn wir in den letzten Jahren den Kreis der Aktiven verjüngen konnten, reichen die neuen Kräfte keineswegs aus, um unser Festival mit einem etwaigen Neustart wachsen und gedeihen zu lassen.
Auch wenn wir jetzt noch nicht wissen, ob das Nonstock-Festival wieder aufleben wird – die Hoffnung werden wir nicht aufgeben. Man kann diesen Entschluss auch als einen Hilferuf deuten – wir sind gespannt von wem und wie er erhört werden wird.

Der neue Vorstand der Kulturwiese
Burkhard, Gösta, Florian, Johannes und André

 

P.S. Wer diesen Entschluss, der uns bestimmt nicht leicht gefallen ist, mit uns gemeinsam verarbeiten möchte, ist herzlichst zu Veranstaltungen abseits der Wiese eingeladen. Informationen hierzu und zu anderen bewegenden Themen der Kulturwiese Nonstock e.V. findet Ihr auf unsreen websites.

P.P.S. Wenn Ihr noch Fragen oder Anregungen zu dieser Stellungnahme bzw. Interesse an Nonstock habt oder einfach nur Eure Meinung kundgeben wollt, dann schreibt uns ins Gästebuch oder an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.


Diese Erklärung haben wir auch als PDF zum Download zur Verfügung gestellt.